In Bern versammelten sich am Samstag mehrere hundert Personen für eine unbewilligte Anti-WEF-Kundgebung. Die Polizei löste die Demonstration nach kurzer Zeit auf.

Anti-WEF-Demonstrierende halten «Smash WEF»-Transparente hoch, während Polizisten sie beobachten, Bern, 17. Januar 2026.
Peter Klaunzer / KEYSTONE
(yas./ra.) «Smash WEF» – mit dieser Parole hatten linksautonome und linke Organisationen zu einer unbewilligten Demonstration am Samstag in Bern aufgerufen. Pro-Palästina-Gruppen hatten sich schon im Vorfeld mit den Kapitalismuskritikern solidarisiert.
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Der befürchtete Gewaltausbruch ist jedoch ausgeblieben. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot an Einsatzkräften vor Ort, um die Lage gar nicht erst ausser Kontrolle geraten zu lassen.
Polizei kesselt Demonstranten ein
Kurz nach 15 Uhr hatten sich mehrere hundert Demonstrierende am Bahnhofsplatz in Bern versammelt und teilweise vermummt. Die Polizei gab mehrfach per Lautsprecher und über die Plattform X durch , dass ein Umzug in Richtung Innenstadt nicht toleriert werde.
Die Demonstrierenden bewegten sich daraufhin auf dem Bahnhofsplatz. Während der Kundgebung sollen Einsatzkräfte gezielt mit Lasern geblendet worden sein, wie die Kantonspolizei Bern auf X schrieb.
Die Einsatzkräfte positionierten sich strategisch so, dass sich die Protestierenden nicht vom Bahnhofsplatz wegbewegen konnten. Auch Einsatzwagen und ein Wasserwerfern blockierten die Wege. Nach rund einer Stunde zog die Polizei den Kessel um die Demonstrierenden zusammen und führte Personenkontrollen durch.
In den Aufrufen zur Demonstration wurde das World Economic Forum (WEF) als Veranstaltung verurteilt, die für einen zerstörerischen Kapitalismus stehe, den es zu überwinden gelte. Das WEF beginnt am kommenden Montag in Davos. Erwartet wird unter anderem der amerikanische Präsident Donald Trump.
Gewaltausbruch bei Demonstration im Oktober
Die Stadt und die Sicherheitskräfte waren alarmiert, weil es bereits am 11. Oktober bei einer unbewilligten Pro-Palästina-Kundgebung zu erheblichen Ausschreitungen gekommen war. Dabei wurden 18 Polizisten verletzt sowie knapp 60 Gebäude und neun Polizeifahrzeuge beschädigt. Allein den Polizeieinsatz kostete laut einem Bericht des Berner Gemeinderates 1,1 Millionen Franken. Dazu kamen nach bisherigem Stand Sachschäden in sechsstelliger Höhe.
Im Nachhinein hatten verantwortliche der Kantonspolizei sowie der Stadtberner Sicherheitsdirektor Alec von Graffenried den Protestanten eine ausserordentliche Gewaltbereitschaft attestiert.