Noch nie gab es im Juni so viele Hitzetage und mit 27,3 Grad, die wärmste je gemessene Nacht in Österreich. „Bei der Vielzahl an Rekorden konnten selbst gestandene Meteorologen zwischenzeitlich den Überblick verlieren“, wie der Wettderdienst Ubimet sagt.
30.06.2026 um 15:39
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Wien, am 28. Juni 2026, dem heißesten Tag seiner bisherigen Geschichte. APA / Tobias Steinmaurer
von
Mirjam Marits
Die Hitzewelle, die in dieser Woche nun doch langsam zu Ende geht, war eine „nie dagewesene“, zahlreiche bisherige Hitzerekorde „wurden regelrecht pulverisiert“, wie es der Wetterdienst Ubimet am Dienstag formulierte. Daher überrascht es kaum, dass der Juni 2026 um mehr als 2,5 Grad wärmer ausgefallen ist als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020.
Begonnen hat der Monat „überwiegend unspektakulär“, ab dem 17. Juni allerdings wurden in Österreich jeden Tag bis zum gestrigen Monatsende 30 Grad und mehr gemessen: Damit ist dies die längste Hitzewelle im Monat Juni in der Messgeschichte. „Bei der Vielzahl an Rekorden konnten selbst gestandene Meteorologen zwischenzeitlich den Überblick verlieren“, wie es in der Aussendung heißt.
In allen Bundesländern außer Kärnten wurden neue Junirekorde gemessen, an 60 Wetterstationen wurde laut den Aufzeichnungen von Ubimet ein neuer Allzeitrekord verzeichnet, an 88 Wetterstationen ein neuer Juni-Rekord. Der österreichweite neue Monatsrekord wurde am 29. Juni in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) aufgestellt, als hier 40,1 Grad gemessen wurde. Zum ersten Mal überhaupt wurden in einem Juni-Monat 40 Grad gemessen, und zwar nicht nur in Wien (am 28. Juni), sondern gleich 41 Mal in den vergangenen Tagen.
Auch in den Nächten kühlte es zuletzt kaum ab: Gleich 14 Tropennächte – in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt – gab es in Österreich am Stück, die wärmste war in der Nacht auf den 29. Juni, als es in Wien auf der Jubiläumswarte nicht unter 27,3 Grad abgekühlte: So warm war es in Österreich seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie in einer Nacht gewesen.
Mit der Hitze ging auch eine Trockenheit einher, wenn auch nicht überall: Im Ennstal, konkret in Irdning, wurde etwa der nasseste Juni der Messgeschichte verzeichnet, in Retz im Weinviertel wiederum der zeittrockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Zu trocken fielen jedenfalls Teile Nieder- und Oberösterreichs aus sowie Wien und das Burgenland. Im Bergland und im Süden wiederum war es überdurchschnittlich verregnet. in Klagenfurt viel um 50 Prozent mehr Regen als üblich, in Villach sogar doppelt so viel. Österreichweit ergebe sich so, wie es von Ubimet heißt, eine relativ ausgeglichene Niederschlagsbilanz.