Die für die katholische Kirche in Österreich gute Nachricht zuerst: Wie die am Mittwoch veröffentlichten amtlichen Zahlen der Bischofskonferenz zeigen, ist im Vorjahr die Zahl der Austritte aus der Kirche merkbar gesunken. 66.930 Katholiken haben sich im Jahr 2025 zwar abgemeldet. Das entspricht aber im Jahresvergleich zu 2024 einem Rückgang der Kirchenaustritte um 6,4 Prozent.
Verglichen mit dem bisherigen negativen Rekordwert aus dem Jahr 2022, als 90.975 Abgänge registriert werden mussten, entsprechen die aktuellen Daten sogar einem sehr deutlichen Rückgang um mehr als ein Viertel (26,4 Prozent). Es gibt aber gleichzeitig auch eine weniger gute Nachricht für die katholische Kirche.
Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung sackt wie schon seit Jahrzehnten weiter ab – so viele Neueintritte durch Taufe, Widerrufe des Kirchenaustritts und Zuzug gibt es dann doch nicht. Im Jahr 2025 gehörten laut der nun vorgelegten Statistik der Bischofskonferenz genau 4.488.101 in Österreich Lebende der katholischen Kirche an.
Das entspricht aber nicht mehr der Hälfte der Bevölkerung. Der Katholiken-Anteil in Österreich ist von 49,6 Prozent im Jahr 2024 auf nunmehr 48,7 Prozent weiter gesunken.
Um diese Zahlen international einzuordnen: Österreich liegt damit deutlich über dem Durchschnittswert für ganz Europa, der 39,6 Prozent ausmacht. Und das, obwohl die meisten Kirchen nur freiwillige Spenden kennen, nicht aber einen Kirchenbeitrag, der notfalls auch gerichtlich eingetrieben werden kann. Diese „Kirchensteuer“ ist aber gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit relativ hoher Inflation ein Hauptmotiv, aus der katholischen Kirche auszutreten.
Apropos Kirchenbeitrag: Die Einnahmen aus diesem Titel sind, wie die Statistik über das Vorjahr auch zeigt, auf 552,2 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einem trotz der Austritte doch beachtlichen Plus in der Höhe von 2,4 Prozent. Allerdings ist zu beachten, dass gleichzeitig im Vorjahr die Inflationsrate laut Statistik Austria bei 3,4 Prozent lag.
Das ist deutlich höher als die Steigerung der Einnahmen aus dem Kirchenbeitrag. Real ist damit dieser Wert also gesunken. Da der Kirchenbeitrag 71 Prozent aller Einnahmen ausmacht, sehen sich die Verantwortlichen, die in den Diözesen und nachgelagert in den Pfarrgemeinden und katholischen Institutionen ihr Budget erstellen müssen, vor ein nicht gerade allzu triviales Problem gestellt. Der Sparkurs muss jedenfalls fortgesetzt oder nachgebessert werden.
Und kurz noch zu weiteren Zahlen: Gestiegen ist die Zahl katholischer Begräbnisse, während es im Jahr 2025 weniger Taufen, Firmungen, kirchliche Hochzeiten, Messbesucher, Priester und hauptberufliche Laien-Mitarbeiter gab. Ein Plus gab es aber auch – nämlich bei den ehrenamtlichen Helfern zur Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen in den Pfarren auf Erstkommunion oder Firmung. Insgesamt sind eine halbe Million Katholiken unbezahlt in den Pfarren aktiv.
Schlussfolgerung der Katholischen Nachrichtenagentur: Die katholische Kirche sei mit ihren Pfarren, mit Caritas und Ordensspitälern nach wie vor ein „Big Player“ in Österreich, nicht nur, was spirituelle Leistungen für die Gesellschaft betrifft.