Während erfahrene Arbeitnehmer von neuen Einsatzmöglichkeiten profitieren, wächst bei Jüngeren die Sorge, dass KI gerade jene Aufgaben automatisiert, die bislang den Einstieg ins Berufsleben ermöglichten.
Ausgerechnet ältere Beschäftigte blicken beim Einsatz künstlicher Intelligenz im Job optimistischer in die Zukunft. xfizkesx via imago-images.de
28.08.2026 um 07:52
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Beschäftigte in ihren 40ern, 50ern und 60ern beurteilen den Einsatz künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz positiver als jüngere Arbeitnehmer. Eine Analyse von Glassdoor deutet darauf hin, dass erfahrene Fachkräfte stärker von der technologischen Umstellung profitieren, während sich für Berufseinsteiger die Beschäftigungschancen verschlechtern.
Knapp die Hälfte der Beschäftigten der Generation X, also der zwischen 1965 und 1980 Geborenen, äußert sich positiv darüber, wie ihre Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen. Bei Angehörigen der Generation Z ist es dagegen nur rund ein Drittel, wie eine Auswertung von Kommentaren auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Glassdoor zeigt.
Über alle Altersgruppen hinweg bleibt die Haltung dennoch überwiegend kritisch: In jeder untersuchten Generation äußert sich eine Mehrheit negativ über die Technologie.
Die unterschiedlichen Einschätzungen spiegeln nach Ansicht von Glassdoor-Ökonomen auch die jeweilige Position auf dem Arbeitsmarkt wider. Beschäftigte über 40 hätten in den vergangenen zwei Jahren häufiger angegeben, dass ihre Unternehmen gut aufgestellt seien, um vom KI-Boom zu profitieren. Zudem hätten sie Möglichkeiten begrüßt, mit generativen KI-Werkzeugen zu experimentieren, sagte Glassdoor-Chefökonom Chris Martin.
Jüngere Beschäftigte verbinden den Aufstieg der Technologie dagegen stärker mit dem Rückgang klassischer Einstiegspositionen.
Die Sorge, ältere Arbeitnehmer könnten wegen einer geringeren Bereitschaft zur Nutzung neuer Technologien ins Hintertreffen geraten, habe sich bei künstlicher Intelligenz bislang nicht bestätigt, sagte Martin.
Erfahrene Beschäftigte erzielten mit großen Sprachmodellen häufig bessere Ergebnisse, weil sie aufgrund ihres Fachwissens präzisere Anweisungen formulieren und fehlerhafte oder erfundene Antworten leichter erkennen könnten.
Dabei verwendet gerade die Generation Z KI-Werkzeuge besonders häufig. Laut einer Studie von Deloitte haben mehr als drei Viertel der Gen-Z-Beschäftigten eigenständige KI-Anwendungen genutzt. Bei der Generation X ist es nur etwas mehr als ein Drittel.
Parallel dazu zeigt sich am US-Arbeitsmarkt eine Verschiebung hin zu höher qualifizierten und erfahreneren Beschäftigten. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen auf Senior-Level stieg laut der Jobplattform Indeed in den zwölf Monaten bis Mai 2026 um 14,7 Prozent.
Bei Einstiegspositionen gingen die Ausschreibungen im selben Zeitraum hingegen um 6,3 Prozent zurück.
Glassdoor führt die vergleichsweise skeptische Haltung jüngerer Beschäftigter auch darauf zurück, dass US-Unternehmen zunehmend Tätigkeiten automatisieren, die traditionell von Berufseinsteigern übernommen werden. Dazu zählen etwa Kundenbetreuung, Recherchearbeiten oder das Erstellen von Marketingmaterialien.
„Wenn man in seiner Karriere schon etwas weiter fortgeschritten ist, ist man ein Stück weit besser abgeschirmt“, sagte Martin.
Damit zeigt sich eine paradoxe Entwicklung: Obwohl jüngere Beschäftigte künstliche Intelligenz wesentlich häufiger nutzen, scheinen erfahrene Arbeitnehmer bislang stärker von ihrer Verbreitung zu profitieren. Entscheidend ist dabei weniger die reine Vertrautheit mit der Technologie als die Fähigkeit, sie mit beruflicher Erfahrung und Fachwissen produktiv einzusetzen. (duc/Bloomberg)
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI übersetzt.