Der Hitzerekord für Wien ist einmal mehr gefallen. Und auch der Allzeitrekord von 40,5 Grad für ganz Österreich könnte heute, Dienstag, wackeln. Auch am Mittwoch bleibt es vor allem im Osten Österreichs heiß.
Wasservernebler sorgen nur für minimale Abkühlung in Wien. APA / AFP / Joe Klamar
04.08.2026 um 14:11
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Der Dienstag war noch heißer als der Montag in Wien. Und somit wurde der Allzeit-Hitzerekord schon wieder um ein Zehntelgrad hinaufgesetzt. In Wien-Stammersdorf wurden um 13.40 Uhr 40,2 Grad Celsius gemessen, wie auf der Website der Geosphere Austria ersichtlich ist. Und die Temperaturen dürften noch weiter steigen. Der Wetterdienst „Tauernwetter“ ging davon aus, dass am Dienstagnachmittag der österreichische Allzeitrekord von 40,5 Grad in Bad Deutsch-Altenburg aus dem Jahr 2013 übertroffen wird.
Die aktuelle Hitzewelle steuert am Dienstag und Mittwoch auf ihren Höhepunkt zu. Auch für Mittwoch erwarten Meteorologinnen und Meteorologen Höchstwerte. Die Geosphere hatte bereits für die beiden Tage in Wien, dem Nordburgenland und im Nordosten Niederösterreichs die höchste Wetterwarnstufe Rot ausgegeben.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace meldete bei einem Lokalaugenschein am bisher heißesten Tag der aktuellen Hitzewelle extreme Oberflächentemperaturen in Wien: 61,6 Grad am Stephansplatz, 66,3 Grad vor dem Hauptbahnhof und 67,2 Grad am Matzleinsdorfer Platz. Eine Kinderrutsche aus Metall im Stadtpark sei demnach mit 66,6 Grad sogar eine akute Gefahr für Kinder. Laut der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) können heiße Metalloberflächen bereits ab 65 Grad zu Verbrennungen führen. Der Appell von Greenpeace: Bäume und Grünflächen bringen Abkühlung und lebenswichtigen Hitzeschutz in die Städte. Die NGO fordert vom zuständigen Minister Norbert Totschnig (ÖVP) eine Renaturierungs-Milliarde.
Über den soeben zu Ende gegangenen Juli hat die Geosphere Austria unterdessen Bilanz gezogen. Insgesamt hat Österreich den viertwärmsten Juli der 260-jährigen Messgeschichte hinter sich, samt neuem Juli-Hitzerekord und kaum Niederschlägen. Vor allem der Osten hatte „nicht nur mit extremen Temperaturen zu kämpfen, sondern auch mit massiver Trockenheit“, hieß es vonseiten der Geosphere Austria am Dienstag. „An manchen Messstellen lag das Niederschlagsdefizit bei 90 Prozent.“ Insgesamt war es um zwei Grad wärmer als das Klimamittel 1991 bis 2020.
Noch heißer waren nur die Julimonate 2006, 2015 und 2024. Bei den Spitzenwerten war der Juli 2026 klare Nummer eins: Am 31. Juli zeigte die Messstation Wieselburg in Niederösterreich 40,3 Grad an – um 0,6 Grad mehr als der bisherige Allzeit-Julirekord aus dem Jahr 1983 (39,7 Grad in Dellach im Drautal).
Auf der Hohen Warte in Wien fiel am 17. Juli binnen einer Stunde eine Regenmenge von 46 Millimetern – die restlichen 18 Millimeter der gesamten Julisumme verteilten sich über den restlichen Monat: „Dies ist ein gutes Beispiel, wie sich der Juli 2026 niederschlagstechnisch verhielt. Hie und da ein heftiges Gewitter, aber in Summe deutlich zu wenig Regen“, so die Fachleute.
Selbst am nassesten Ort Österreichs im Juli, auf der Schmittenhöhe (Salzburg, 1.956 Meter Seehöhe), gab es mit 188 Millimetern ein Niederschlagsdefizit von drei Prozent. Der trockenste Ort war Podersdorf am Neusiedler See (Burgenland, 116 Meter Seehöhe) mit zehn Millimetern.
Massive Niederschlagsdefizite von 50 bis 80 Prozent wurden im ganzen Bundesgebiet gemessen. Am größten fiel das Minus am Wachtberg bei Steyr (384 Meter Seehöhe) mit minus 91 Prozent aus, gefolgt von den Messstationen Wien-Mariabrunn (225 Meter) mit minus 89 Prozent und Wels (309 Meter) mit minus 87 Prozent. Der Juli 2026 zählt somit zu den fünf niederschlagsärmsten Julimonaten in den vergangenen 169 Jahren.
Im Juli wurden die Marillen reif, laut den Beobachtungen der Geosphere etwa vier Tage früher als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Im Vergleich zur Periode 1961-1991 habe sich die Fruchtreife der Marillen im Mittel sogar um etwa 20 Tage verfrüht. Die Weizenernte erfolgte ebenfalls früher. „Hinsichtlich der phänologischen Jahreszeiten lag der Juli 2026 im Hochsommer“, so die Expertenanalyse. Mit der Fruchtreife des Schwarzen Holunders kündigt sich jetzt vereinzelt schon der phänologische Spätsommer an. (APA)