Ein Geiger machte aus einer Bach-Melodie erst einen Stunt – und dann einen Welthit. Wer braucht schon mehr als eine Geigensaite? Teil 12 der Reihe „Taktlos to go“ über die großen Melodien der Klassikwelt und die Geschichten dahinter.
Niklas Schnaubelt
15.08.2026 um 05:00
von
Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz
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Die Melodie funktioniert bei Hochzeiten wie bei Begräbnissen. Geschrieben hat sie Bach, aber dass sie zu einem derartigen Welthit wurde, ist jemand anders zu verdanken, der einen merkwürdigen Einfall hatte: Was, dachte sich der Geiger August Wilhelmj, wenn ich das ganze „Air“ aus Bachs 3. Orchestersuite nur auf einer einzigen Saite meiner Geige spiele?
„Air on the G-String“ nennt sich das populäre Ergebnis, das Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz in dieser Folge genau durchleuchten. Was ist beim Umbau der Melodie wirklich passiert? Ist sie damit romantischer, dunkler, menschlicher, besser geworden? Oder ist das Verrat am Barock? Dass das „Air“ so berühmt geworden ist und auch in zahlreichen Popsongs verlässlich funktioniert, geht wohl auf Wilhelmjs Stunt zurück. Der natürlich auch seine Risiken mit sich brachte: Die G-Saite darf nur ja nicht reißen …
Mit dieser Folge über „Air on the G-String“ geht unsere kleine Serie in eine weitere Runde: In „Taktlos to go“ widmen wir uns den berühmtesten Melodien der Klassikwelt und den Geschichten, die dahinter stecken. Bisherige Folgen handelten vom „Cancan“ aus „Orpheus in der Unterwelt“, von der „Habanera“ aus der Oper „Carmen“, von Rossinis „Wilhelm Tell“, von Orffs „Carmina Burana“, der „Morgenstimmung“ aus Griegs „Peer Gynt“, von „La donna è mobile“ aus Verdis „Rigoletto“, von der berühmten Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus der „Zauberflöte“, von Pachelbels Kanon in D-Dur, von Richard Wagners „Walkürenritt“, von Tschaikowskys „Schwanensee“ und Beethovens „Für Elise“.
Über den Podcast
In „Klassik für Taktlose“ ergründen Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Der Podcast erscheint jeden zweiten Samstag auf der Webseite der „Presse“ und überall, wo es Podcasts gibt.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
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