Überfüllte und kostenintensive Pflegeheime, überforderte mobile Pflegedienste, pflegende Angehörige, deren finanzielle Belastungen von staatlichen Förderungen nicht ausreichend abgefangen werden, kennzeichnen ein Pflegesystem, das in Anbetracht der demografischen Entwicklung auf einen Kollaps zusteuert. Wo liegen die Herausforderungen im häuslichen und stationären Bereich und was muss sich ändern?
14.05.2026 um 00:10
Ein Pflegesystem unter Druck: Steigende Belastungen in der häuslichen und stationären Pflege machen Reformbedarf sichtbar. Getty Images
Rund 1,5 Millionen Menschen sind in Österreich unmittelbar vom Thema Pflege betroffen – entweder als Betreuungs- und Pflegebedürftige oder als pflegende Angehörige und professionelle Pflegepersonen.
Wo liegen die Schwerpunkte in der häuslichen Pflege und im stationären Bereich? Vor welchen Problemen stehen pflegende Angehörige und wie kann das Modell der 24-Stunden-Betreuung oder der stundenweisen Betreuung zu Hause Entlastung bringen? Mit welchen Kompetenzen sind Heimhilfen und Pflegefachkräfte ausgestattet? Und warum decken die aktuellen staatlichen finanziellen Unterstützungs- und Förderleistungen die wahren Kosten von pflegenden Privatpersonen nicht ab?
Im Presse-Tonstudio gibt Angelika Pozdena, Geschäftsführerin der cura domo 24-Stunden-Betreuung, einen Überblick über die Struktur der heimischen Betreuungs- und Pflegelandschaft und fordert dringliche politische Maßnahmen ein, um den drohenden Kollaps eines zunehmend prekären Systems zu verhindern.
Das Interview führt Christian Lenoble.
ZUR PERSON und ZUM UNTERNEHMEN
Angelika Pozdena ist Unternehmerin und Vertreterin der Personenbetreuung in Österreich. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Robert Pozdena, gründete sie vor 22 Jahren die cura domo 24-Stunden-Betreuung GmbH – eine Agentur, die sie und ihr Gatte zur größten ihres Bereichs in Österreich aufgebaut haben.
Heute ist cura domo in allen Bundesländern mit einem flächendeckenden Netzwerk vertreten. Die Betreuungsteams bestehen aus Regionalleiter:innen und diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKPs), die Familien in ganz Österreich Betreuung im eigenen Zuhause ermöglichen.
Über ihre unternehmerische Tätigkeit hinaus bringt sich Angelika Pozdena in die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für die Personenbetreuung ein. Als Funktionärin der Fachgruppe Personenbetreuung sowie als Vizepräsidentin des ÖBAP (Österreichische Bundesinteressensgemeinschaft für die Organisation von Personenbetreuung) setzt sie sich für die Interessen der Branche sowie der betreuten Familien ein. Zusätzlich wirkt sie in der Pflegeplattform mit, um nachhaltige Verbesserungen in der Pflegelandschaft zu gestalten.
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