Das Mehrfamilienhaus wurde in der Gründerzeit in Görlitz gebaut. Die Polizei vermutet eine Gasexplosion als Ursache für den Einsturz.
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr stehen in der Nähe eines eingestürzten Hauses in Görlitz. Imago / Matthias Wehnert
19.05.2026 um 08:18
Nach dem Einsturz eines Gründerzeithauses im sächsischen Görlitz werden drei Menschen vermisst. Zwei der ursprünglich fünf Abgängigen seien kurz nach Mitternacht aufgetaucht, ihnen gehe es gut, teilte eine Sprecherin der Polizei mit. In der Nacht suchten Einsatzkräfte weiter auf Hochtouren nach verschütteten Menschen. Als Ursache für den Einsturz vermutete die Polizei möglicherweise eine Gasexplosion.
Am frühen Montagabend war das Haus eingestürzt. Die Polizeisprecherin sagte weiter, es werde noch nach drei Personen gesucht, die nicht erreichbar seien. Es könne sein, dass sich diese zum Zeitpunkt des Einsturzes im Haus aufgehalten hätten.
Aus bislang ungeklärter Ursache ist in Görlitz ein Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit eingestürzt. Imago / Matthias Wehnert
Die Polizei schrieb auf der Plattform X, möglicherweise habe es in dem Mehrfamilienhaus eine Gasexplosion gegeben. Bisher konnte jedoch nicht abschließend geklärt werden, warum das Gebäude einstürzte. In der Nacht sagte die Sprecherin, dass es ein Leck gebe, aus dem Gas austrete.
Aus diesem Grund müssten die Einsatzkräfte am Unfallort sehr vorsichtig vorgehen, berichtete sie. Nachdem am Abend versucht worden sei, Verschüttete mithilfe von Spürhunden zu finden, sei gegen 2.00 Uhr begonnen worden, den Schutt vorsichtig abzutragen – sowohl mit einem Bagger als auch händisch, wie die Sprecherin in den frühen Morgenstunden berichtete. Die Helfer würden alles geben, sagte sie.
Ein Mann, der befürchtete, seine Frau und seine Cousine könnten unter den Trümmern liegen, sagte, er habe beim Einkauf in einem nahen Supermarkt eine Explosion gehört. Erst am Nachmittag sei er gemeinsam mit den beiden Frauen angekommen, um in dem Haus in einer Ferienwohnung Urlaub zu machen. Als er vom Supermarkt zurückgekommen sei, habe er nur noch einen großen Haufen Schutt an der Stelle des Hauses vorgefunden.
Nach dem Zusammensturz des Gebäudes in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs war die Unfallstelle zunächst weiträumig evakuiert und abgesperrt worden. Dann begann die Suche nach Toten oder Verletzten. Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz waren am Unglücksort.
In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen. Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei dem Haus um ein Haus der Wohnungsbaugesellschaft „KommWohnen“, die ein Tochterunternehmen der Stadt Görlitz ist.
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen. (APA/dpa)