Über den Sommer soll ein Aktionsplan mit dem Titel „Coole Schule“ erarbeitet werden. Bis nächsten Sommer sollen Gesetze entsprechend geändert werden.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr. APA / APA / Hans Klaus Techt
08.07.2026 um 15:40
von
Elisabeth Hofer
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Die Wissenschaft lässt keinen Zweifel daran: Aktuell wird ein Temperaturrekord nach dem anderen gebrochen, dieser Trend wird sich fortsetzen, bis Ende des Jahrhunderts wird es insgesamt noch bis zu fünf Grad wärmer werden, die Hitzeperioden werden länger und intensiver. „Was früher eine Ausnahme war, ist jetzt Normalität“, sagt Andreas Schaffhauser, Generaldirektor der Geosphere Austria. „Die Hitze wird Teil unseres Alltags werden, wir müssen lernen, mit ihr zu leben.“
Im Hinblick auf die vergangene Hitzewelle – Wiederkehr nennt sie einen „Weckruf“ – sowie diese und ähnliche Prognosen fand am Mittwoch ein „Hitzeschutzgipfel zu aktuellen Entwicklungen bezüglich Hitze in Schulen“ im Bildungsministerium statt. Das Ergebnis: Über den Sommer soll ein Aktionsplan mit dem Titel „Coole Schule“ erarbeitet werden, dann mit Ländern und Koalitionspartnern besprochen und bestenfalls vor dem nächsten Sommer noch beschlossen werden. Das gab Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) nach dem Gipfel bekannt.
Erstens geht es dabei um die Frage nach einer Vorverlegung der Sommerferien in den Juni. Laut Schaffhausers Berechnung würde das den „Hitzestress während der Schulzeit etwas reduzieren“ – aktuell um im Schnitt 1,5 Tage (bei zehn Schultagen Vorverlegung), der Wert würde sich in Zukunft dann erhöhen.
Wiederkehr will die Verschiebung nun mit den Ländern besprechen. Sie ergebe nämlich in seinen Augen nur Sinn, wenn alle Bundesländer mitmachen. Auch mit anderen Bereichsvertretern, etwa aus dem Tourismus, soll es dazu Gespräche geben.
Zweitens will Wiederkehr in 50 Projekte investieren, die einzelne Bundesschul-Standorte zum Hitzeschutz brauchen. Dabei geht es etwa um den Einbau von Jalousien, um Pausenhofbeschattung oder Klimatisierung von Räumen. Das Budget für die Infrastruktur der Bundesschulen beträgt 400 Millionen Euro. Aus diesem Topf müssen auch die Projekte finanziert werden, dafür dürfte es aber eine Umschichtung der Mittel brauchen.
Drittens, und hier wird es interessant, sollen über Gesetzesänderungen neue Maßnahmen für die Schulen möglich werden. Schulautonom sollen sie etwa ab Hitzewarnstufe Zwei den Sportunterricht aussetzen können, oder schriftliche Leistungsbeurteilungen absagen oder verschieben können. Ab Warnstufe Drei sollen dann längere Pausen oder ein früherer Unterrichtsschluss möglich werden. Schulpflichtige Kinder sollen von den Eltern dann auch ganz zuhause gelassen werden können, für ältere Schüler könnte auf Distance Learning umgestellt werden.
Eine Möglichkeit zu einem vollständigen „Hitzefrei“ erachte man hingegen nicht für sinnvoll, erklärt Wiederkehr. Die Maßnahmen seien generell als Zwischenschritt gedacht, bis eine Klimatisierung der Schulen erreicht sei. Diese koste aber viele Milliarden Euro.