Qualifikationen sollen leichter digital nachgewiesen werden können, zugleich sind gemeinsame Standards für außerhalb der EU erworbene Abschlüsse geplant.
Archivbild: SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner während einer der Pressekonferenz zum Thema “Demokratie braucht Gerechtigkeit – Konzepte für faire Steuern in Österreich und Europa” in Wien. APA/GEORG HOCHMUTH
15.09.2026 um 21:18
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Die EU-Kommission will das Arbeiten im europäischen Ausland erleichtern. Ziel sei, das Talent in Europa bestmöglich zu nutzen und weiteres anzuziehen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag mit. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten ihre Ansprüche auf Sozial- und Gesundheitsversicherung leichter nachweisen können, und ihre Qualifikationen sollten in der ganzen EU leichter verstanden werden.
Die Initiative richtet sich überwiegend an Europäerinnen und Europäer, einzelne Vorschläge betreffen aber auch Menschen aus anderen Staaten, die in der EU arbeiten wollen.
Nach dem Willen der Brüsseler Behörde sollen die Berufsqualifikationen unter anderem von Ärztinnen, Krankenpflegern, Ingenieurinnen und Lehrern länderübergreifend schneller anerkannt werden, innerhalb von fünf Wochen statt drei Monaten. Qualifikationsnachweise sollen künftig in einem standardisierten digitalen Format ausgestellt werden und in einer digitalen Brieftasche (Wallet) abrufbar sein. Zudem soll es neue gemeinsame Standards geben für die Anerkennung von Qualifikationen, die außerhalb der EU erworben wurden.
Die EU-Kommission schlägt außerdem einen Europäischen Sozialversicherungsausweis (ESSPASS) vor, mit dem Bürger Dokumente zur Sozialversicherung komplett digital beantragen und erhalten können. Etwa die Europäische Gesundheitskarte, mit der Versicherte bei vorübergehenden Aufenthalten im Ausland medizinisch notwendige Behandlungen erhalten, und die sogenannte A1-Bescheinigung für entsandte Arbeiter.
Die EU-Kommission hat dafür nun fünf Gesetzesvorschläge vorgelegt. Damit sie in Kraft treten, müssen jeweils die EU-Staaten und das Europaparlament zustimmen. Im Jahr 2024 lebten nach Angaben der Behörde 14 Millionen der rund 450 Millionen Europäer im europäischen Ausland, davon mehr als 10 Millionen im Arbeitsalter.
„Damit stärken wir das Vertrauen zwischen den Mitgliedstaaten und bauen unsichtbare Grenzen innerhalb der EU endlich ab“, zeigte sich SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner in einer Aussendung überzeugt. „Wer Fähigkeiten mitbringt, muss diese schnell und unkompliziert über Grenzen hinweg einsetzen können“, forderte Angelika Winzig (ÖVP). (APA/dpa)