Der frühere bosnisch-serbische Armeechef und verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladic soll am Montag in Belgrad mit militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werden.
Gedenkzeremonie in Belgrad. Reuters / Zorana Jevtic
05.09.2026 um 19:57
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Für den verstorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist am Samstag in der serbischen Hauptstadt Belgrad eine Gedenkzeremonie abgehalten worden, an der auch hochrangige Politiker teilnahmen. Zu der Veranstaltung kamen rund 300 Menschen. Neben der Familie und dutzenden Ex-Militärs waren unter anderem der serbische Justizminister Nenad Vujic und mehrere Vertreter der bosnisch-serbischen Teilrepublik Republika Srpska, darunter Präsident Sinisa Karan, dabei.
Der frühere bosnisch-serbische Armeechef und verurteilte Kriegsverbrecher Mladic soll am Montag in Belgrad mit militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werden. Zu der Beerdigung wurden tausende Menschen erwartet.
Der 84-Jährige war am 27. August in einem Krankenhaus in der niederländischen Stadt Den Haag gestorben. Dort verbüßte er nach einer Verurteilung durch den Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995. Mladic litt jahrelang unter gesundheitlichen Problemen und hatte zuletzt mehrere Schlaganfälle.
Mladics Name ist untrennbar mit dem Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verbunden. Bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando stürmten die UN-Schutzzone und ermordeten rund 8000 muslimische Männer und Burschen. Ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt, viele später umgebettet, um die Verbrechen zu vertuschen. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Nach fast 16 Jahren auf der Flucht war Mladic 2011 in Serbien festgenommen und nach Den Haag überstellt worden. 2017 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, 2021 wurde der Schuldspruch letztinstanzlich bestätigt.
Wegen der „Verherrlichung“ Mladics in Serbien hatte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos am Freitag einen für die kommende Woche geplanten Besuch in Serbien abgesagt. Das Land ist seit 2012 offizieller EU-Beitrittskandidat.
(APA/AFP)