Zart & explosiv, virtuos, kraftvoll & zeitgenössisch: Die Saison 2026/2027 im Festspielhaus St. Pölten ist eine Feier der Vielseitigkeit.
Mourad Merzouki mit neuen Perspektiven: „Kaléidoscope“. Laurent Philippe
08.09.2026 um 00:01
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Tanz-Klassiker der Avantgarde stehen ebenso auf dem Programm wie Gaga, Urban und Rave. Atemberaubender Circus ist gleichermaßen zu sehen wie ungeschönte Auseinandersetzungen mit einer Gegenwart am Rand des Abgrunds …
… wie in der Österreich-Premiere von (LA)HORDE, dem aktuell wohl angesagtesten Kollektiv der internationalen Tanzszene! „Après moi, le déluge“ (zu Deutsch: „Nach mir die Sintflut“) ist inspiriert von einem Zitat von Ludwig XV., das angesichts politischer und sozialer Krisen, Klimakatastrophe sowie Kriegen eine neue Dringlichkeit erhält. Doch anstatt sich dem Verfall hinzugeben, fordert die Compagnie dazu auf, die Widersprüche unserer Zeit anzunehmen und neue Narrative zu erschaffen.
Für neue Narrative im zeitgenössischen Tanz hat in den 1980er-Jahren Star-Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker gesorgt. Nun zeigt sie mit dem Opera Ballet Vlaanderen drei frühe Werke an einem Abend, der Musik und Tanz zu einer fesselnden Einheit vereint. Die flämische Avantgarde-Ikone übersetzt klassische Kompositionen in Bewegung und verbindet dabei abstrakte Konzepte mit lebendiger Erzählkunst.
Eine getanzte Retrospektive gänzlich anderer Art steht mit Mourad Merzouki auf dem Programm: Nomen est omen, wenn der französische Choreograf sein Publikum in „Kaléidoscope“ mit auf eine Reise durch fast 30 Jahre seines Schaffens nimmt: energiegeladen und stets auf der Suche nach neuen Perspektiven für den Hip-Hop und seine Begegnung mit anderen Kunstformen wie etwa dem zeitgenössischen Circus.
Ohad Naharin hat mit Gaga eine Tanzsprache entwickelt, die bis in die Popkultur wirkt. Mit „Sadeh21“ kehrt der international renommierte israelische Choreograf ins Festspielhaus St. Pölten zurück und zeigt mit den Tänzer:innen der Batsheva Dance Company einen überwältigenden Fluss aus getanzten Bildern.
Ehemalige Tänzer:innen der Batsheva Dance Company sind Bobbi Jene Smith und Or Schraiber, die in einer Österreich-Premiere mit dem Ballet BC aus Vancouver ihre choreografische Arbeit „Obsidian“ präsentieren. Mit an Bord dieses mehrteiligen Abends sind außerdem Crystal Pite – eine der bedeutendsten Choreograf:innen unserer Zeit – sowie Medhi Walerski.
Information
Sa, 26. 9. 2026, Ballet BC: Crystal Pite u. a.
Sa, 7. 11. 2026, Anne Teresa De Keersmaeker. Opera Ballet Vlaanderen: „Bartók/
Beethoven/Schönberg“
Fr, 20. 11. 2026, Ohad Naharin. Batsheva Dance Company: „Sadeh21“
Fr, 18. + Sa, 19. 12. 2026, Mourad Merzouki. Compagnie Käfig: „Kaléidoscope“
Fr, 12. 2. 2027, (LA)HORDE Ballet national de Marseille: „Après moi, le déluge“
Infos & Karten
Tel.: 02742/90 80 80 600
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