Die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran schwinden. Wer ein größeres Börsenrisiko scheut, kann mit Kapitalschutz investieren.
In Frankfurt, dem wichtigsten EU-Finanzplatz, wirken sich Börsennachrichten rasch aus. Imago
04.06.2026 um 10:16
von
Raja Korinek
Die Euphorie unter Anlegern erhielt unlängst einen weiteren Schub. So war die Hoffnung noch vor Kurzem groß, dass es zwischen den USA und dem Iran womöglich doch zu einer Einigung kommen könnte. Der Ölpreis gab am 25. Mai folglich kräftig nach. Die Nordseemarke Brent rutschte erstmals seit Längerem unter die Marke von 100 Dollar je Fass. Die US-Technologiebörse Nasdaq eilte hingegen auf neue Rekordhochs und notierte zuletzt über der Marke von 26.670 Punkten. Auch diesseits des Atlantiks setzte sich zuletzt die Zuversicht an den Märkten durch. So hat der heimische Leitindex, der ATX, mit rund 6000 Punkten ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht. In Deutschland legte der Dax, der die 40 größten Börsentitel enthält, nochmals kräftig auf zuletzt knapp mehr als 25.000 Punkte zu.
Inzwischen hat sich das Blatt jedoch wieder gewendet. Kaum 24 Stunden später haben die USA Ziele im Süden des Irans angegriffen. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, meint, „die Situation im Nahen Osten bleibt fragil und färbt über die Ölpreise auf die Handelsaktivitäten an den europäischen Börsen ab. Die runde Marke von 100 Dollar bei der Nordseesorte Brent dürfte in den kommenden Wochen darüber entscheiden, welche Richtung die Aktienkurse nehmen.“ Notierungen oberhalb signalisierten Inflationsgefahren, nachhaltige Kurse unterhalb könnten eine Entspannung in der gesamten Preisentwicklung von Gütern und Dienstleistungen einleiten, so Lipkow.
Auch machen sich die Folgen des Rohstoffmangels und der Kriegslage in der deutschen Wirtschaft allmählich sichtbar. Die EU-Kommission senkte die Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr aufgrund hoher Energiepreise auf 0,6 Prozent. Der Ausblick wurde im Vergleich zur letzten Prognose damit halbiert. Auch weitere Zahlen deuten auf ein schwieriges Umfeld.
So wurde jüngst der monatliche deutsche Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Dienstleister umfasst, für den Mai veröffentlicht. Das Barometer stieg zwar um 0,2 Punkte auf 48,6 Zähler. Jedoch blieb der Index zum zweiten Mal in Folge unter der Marke von 50 und deutet immer noch auf eine schrumpfende Wirtschaftstätigkeit. Im Fachjargon ist die Rede vom S&P Global Flash Deutschland Composite PMI, dem Purchasing Managers’ Index (Einkaufsmanagerindex).
Hinzu kommen weitere Indikatoren. Auch der deutsche Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – kurz Wirtschaftsweisen – senkte nun seine Konjunkturprognose für 2026. Erwartet wird nur noch ein Plus von 0,5 Prozent. Vergangenen Herbst hatten die Ökonomen mit 0,9 Prozent gerechnet.
Zwar legte gleichzeitig der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in der deutschen Wirtschaft misst, im Mai um 0,4 Punkte auf 84,9 Punkte leicht zu, wie ebenfalls vor wenigen Tagen bekannt wurde. Jörg Krämer, Chefökonom bei der Commerzbank, meint jedoch, der Indikator habe sich nur auf niedrigem Niveau stabilisiert. Insgesamt weise der Trend weiterhin nach unten. Und auch die heimische Industrie leidet unter den Folgen des Iran-Kriegs wie auch am Wirtschaftseinbruch in Deutschland. Dies trifft etwa auf Automobilzulieferer wie auch weitere Industriezweige.
Anleger, die dennoch Chancen am Dax sowie am ATX nutzen wollen, können dies beispielsweise mit Garantiezertifikaten tun, bei denen zu Laufzeitende zumindest das Nominale an Anleger zurückbezahlt wird. Während der Laufzeit können die Kurse freilich schwanken. Auf den Dax bietet die LBBW die „Safe-Anleihe“ mit Cap an (DE000LB55FT3). Der Kapitalschutz hat jedoch freilich seinen Preis. So partizipieren Anleger bei diesem Produkt von einem Dax-Anstieg bis zur Marke von 30.161,24 Punkten. Danach ist Schluss. Der letzte Handelstag ist am 17.06.2031. Auch auf den heimischen Index gibt es solch ein Produkt. So bietet die Erste Group ein Kapitalschutzzertifikat auf den ATX an (AT0000A3TAX6). Der Cap ist bei der Marke von 7700,80 Punkten eingezogen. Auch hier werden 100 Prozent vom Nominale zu Laufzeitende garantiert. Der letzte Handelstag liegt hier am 12. April 2031.