Wie kann sich Europa im wirtschaftlichen Wettbewerb gegen die USA und China behaupten? Und welche Lehren zieht Magnus Brunner aus Ceuta? Tag 3 der Konferenzwoche in Alpbach.
Magnus Brunner spricht am Forum Alpbach über den Schutz der europäischen Außengrenzen. Aber auch der wirtschaftliche Wettbewerb steht im Fokus. EFA
01.09.2026 um 00:10
von
David Freudenthaler und Sissy Rabl

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Europa droht ein „China-Schock 2.0“ – und diesmal trifft er ausgerechnet jene Industrien, auf denen sein Wohlstand beruht. Der niederländische Ökonom Haroon Sheikh warnt vor einem schleichenden Verlust industrieller Substanz: „Wenn sie einmal verschwunden ist, kommt sie nicht zurück.“ Europa müsse deshalb seine Offenheit neu justieren – mit mehr Innovation, strategischer Industriepolitik und notfalls härteren Handelsinstrumenten. Denn, so Sheikh: „Wir müssen mehr Vertrauen in die Macht haben, die wir besitzen.“
Außerdem haben wir in Alpbach Ex-Neos-Chef Matthias Strolz getroffen. Er hält das diesjährige Alpbach-Motto „How Europe wins“ für falsch gesetzt: „Wir sollten uns nicht zu Gewinnern und andere zu Verlierern machen.“ Die bessere Frage sei: „Wie geht das gute Leben in verrückten Zeiten?“
Im zweiten Teil sprechen wir mit EU-Migrationskommissar Magnus Brunner über den verschärften Kurs Europas. Er verteidigt Rückführungszentren außerhalb der EU, neue Abkommen mit Drittstaaten und einen stärkeren Außengrenzschutz. Sein Ziel: „Die Kontrolle zurückzugewinnen.“ Migration soll dafür künftig stärker mit Handel, Visa und Investitionen verknüpft werden.
Der Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta sei dabei ein Härtetest gewesen, sagt Brunner: „Wir haben diesen Stresstest bestanden.“ Zugleich habe er gezeigt, wo Europa nachschärfen müsse – beim Außengrenzschutz, bei der Beobachtung von Mobilisierung über soziale Medien und bei der Zusammenarbeit mit Staaten wie Marokko.
Der Podcast:
„Was in Alpbach wichtig ist“ ist unser Kongressjournal zum Hören. Wir berichten seit 2020 jedes Jahr vom Europäischen Forum Alpbach. Der Podcast erscheint ab 30. August 2026 in fünf Folgen.
Abrufbar ist der Podcast auf der „Presse“-Webseite, in der „Presse“-App, auf Apple Podcasts, Spotify und überall sonst wo es Podcasts gibt.
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